Herr Dr. Wilhelm Stuhlmann erhält das Bundesverdienstkreuz

Aus der Presseerklärung:

Im Jahre 1987 war Herr Dr. Stuhlmann Gründungsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Düsseldorf-Mettmann e.V., der ersten Alzheimer Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen, deren Vorsitzender er sodann bis 1996 war. Die Alzheimer Gesellschaft informiert über die Demenzerkrankung (insbesondere die Alzheimer-Krankheit) und unterstützt professionell Tätige, Ehrenamtliche und pflegende Angehörige, um die Situation der Erkrankten und deren Familien zu verbessern. 2002 war Herr Dr. Stuhlmann Mitbegründer des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Deutschen Alzheimer Gesellschaft; seither hat er dessen Vorsitz inne.

Herr Dr. Stuhlmann erkannte frühzeitig, dass die Alzheimer-  und andere, vergleichbare Demenzerkrankungen angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland zu einer der großen gesellschaftliche Herausforderungen werden würden. Im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit entwickelte er Beratungs-, Betreuungs- und Informationsangebote, die es in dieser Form zuvor nicht gab. Als verlässlicher und fachlich hochkompetenter Ratgeber war er maßgeblich an der Entwicklung von Hilfsangeboten beteiligt, die es Angehörigen ermöglichen, Erkrankte zu Hause selbst zu pflegen. Am eigens dafür eingerichteten „Alzheimer-Telefon“ erfahren Betroffene Hilfe und Beratung. Er knüpft Kontakte zu sozialen Einrichtungen, beobachtet die Entwicklung der Pflegeheime und sorgt in diesem Bereich für zahlreiche Verbesserungen. Er plant und organisiert Fachtagungen und vermittelt als Referent sein Wissen im sozialen, psychologischen, persönlichen und organisatorischen Bereich. Davon zeugen auch weit über 50 Veröffentlichen sowohl als Buchautor als auch als Autor oder Herausgeber in Fachzeitschriften und Büchern.

Herr Dr. Stuhlmann fordert zudem eine entsprechende Qualifizierung der Ärzteausbildung, da Demenzerkrankungen in Deutschland häufig erst zwei bis drei Jahre zu spät erkannt werden, um Betroffenen rechtzeitig effektive Hilfe zukommen zu lassen. Er entwickelte unter dem Namen „Demprax“ ein Schulungskonzept zum Umgang und zur Früherkennung von Demenzerkrankungen in den Hausarztpraxen. Über mehrere Jahre war Herr Dr. Stuhlmann Herausgeber der Fachzeitschrift „Alzheimer Schriften“ der Alzheimer Gesellschaft Düsseldorf-Mettmann e.V., die sich auch besonders an pflegende Angehörige wandte. Zur Entlastung der Pflegenden setzt sich Herr Dr. Stuhlmann für den Ausbau teilstationärer Unterbringungsmöglichkeiten, der Verbesserung von anderen ortsnahen Hilfsmöglichkeiten ein. Er möchte für die Menschen mit Demenz auch die Teilhabe an gesellschaftlichen leben so lange wie möglich sichern, sein  Ziel ist die Schaffung einer demenzfreundlichen Kommune.

Seit über zwanzig Jahren leitet Herr Dr. Stuhlmann gemeinsam mit einer Mitarbeiterin ehrenamtlich die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alzheimerpatienten in Düsseldorf, in der er sein Fachwissen und seine Erfahrungen weitergibt. Zu einer Zeit, als Informationen kaum zu beschaffen waren und das Thema in der Gesellschaft noch ein Tabu war, unterstützte er besorgte Angehörige. Vielfach gelang es ihm, Teilnehmer emotional zu entlasten und zu ermutigen, ihre erkrankten Familienmitglieder zu Hause zu pflegen und eine Heimunterbringung zu verhindern oder hinauszuzögern. Dank seiner Initiative setzte sich die Erkenntnis durch, dass Demenzkranke am Besten unter Einbindung von gut informierten Angehörigen zu Hause gepflegt werden können. Mit beeindruckender Geduld, Mitgefühl und Sensibilität steht er den Ratsuchenden zur Seite und zeigt konkrete Hilfen auf. In den von ihm gestalteten Gruppenabenden überzeugt seine Gabe, medizinische Zusammenhänge kompetent und verständlich an Laien weiterzugeben. Auch außerhalb der Gruppenabende nimmt er sich Zeit für die Sorgen und Nöte der Angehörigen.

Über diesen Link können sie einen Artikel der Rheischen Post zur Ordensverleihung mit Foto aufrufen.

http://www.rp-online.de/duesseldorf/mettmann/nachrichten/erkrath/Alzheimer-Kranken-geholfen_aid_829497.html