Erfolgreiche Tagung am 15.05.2009 im Landtag Düsseldorf

"Leben mit Demenz – Situation der allein lebenden Menschen mit Demenz"

9:00 Uhr Registrierung
9:30 Uhr

Begrüßung
Dr. Wilhelm Stuhlmann, Vorsitzender

Grußworte
Frau Hannelore Kraft, Vorsitzende der diesmal einladenenden SPD Fraktion
Herr Wilfried Jacobs, Schirmherr der Tagung und Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg
Frau Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Berlin

9:45 Uhr Alleinlebende Demenzkranke – Schulung einer Kommune
Frau Saskia Weiß, Projektleiterin, Deutsche Alzheimer Gesellschaft Berlin. Mehr zu dem Projekt unter [url]http://www.deutsche-alzheimer.de/index.php?id=157[/url]
10:30 Uhr Welche Möglichkeiten haben die Pflege- und Krankenkassen zur Unterstützung von (allein lebenden) Menschen mit Demenz?
Herr Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg
11:00 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr

Vorstellung von Versorgungsmodellen Gerontopsychiatrischer Zentren in NRW in Düsseldorf und des Kölner Modells
PD. Dr. Tillmann Supprian, Leitender Arzt der Gerontopsychiatrie der LVR-Kliniken Düsseldorf
Prof. Dr. E. Gouzoulis-Mayfrank, Ärztliche Direktorin der LVR-Kliniken Köln

12:45 Uhr Mittagspause mit Imbiss
13:00 Uhr Pressekonferenz
13:45 Uhr Begrüßung
Regina Schmidt-Zadel, stellvertretende Vorsitzende
14:00 Uhr Podiumsdiskussion
Gesundheitspolitische Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen

Moderation
Dr. Thomas Kunczik, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -Psychotherapie (DGGPP)
15:30 Uhr Ende der Tagung / Pause
15:45 Uhr Mitgliederversammlung

16:45 Uhr

 

Ende der Mitgliederversammlung

Es gibt wieder zahlreiche Informationsstände im Foyer. Interessenten können sich gerne bei uns melden.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

 

Leben mit Demenz

In den kommenden Jahren wir die die Bevölkerungsstruktur nachhaltig verändern. Die wesentlichen Entwicklungen betreffen

-         eine zunehmende Zahl von hochaltrigen Personen

-         eine Zunahme der alleinlebenden Personen

-         eine zunehmende Zahl von Männern

-         ein Abnahme der Zahl pflegender Angehöriger

Auf unserer diesjährigen Tagung wollen wir uns besonders mit der Lebenssituation, der Versorgung und Betreuung von alleinlebenden Menschen mit Demenz befassen. Gemeint sind Menschen mit Demenz, die allein im Haushalt leben und entweder keine Angehörigen haben oder Angehörige, die nicht im selben Haushalt wohnen und sich aus unterschiedlichen Gründen nicht oder nur eingeschränkt um die Erkrankten kümmern können.

In den Großen Städten leben bereits heute über 50 % der über 65-jährigen Menschen in einem „Singelhaushalt“, das Unterstützungspotenzial in den Familien wird weiter reduziert durch die zunehmende Berufstätigkeit der Töchter, die beruflich erforderliche Mobilität der Kinder und die Notwendigkeit für mehr als zwei Eltern oder mehr als vier Großeltern verantwortlich zu sein. Über 30% der Ehepaare in Deutschland sind inzwischen kinderlos und werden auf Unterstützungssysteme außerhalb der Familien angewiesen sein.

Mehr als 80 Prozent der älteren Menschen in Deutschland möchten auch im Fall von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit am liebsten so lange wie möglich im eigenen Haushalt, d. h. in ihrer vertrauten Umgebung, wohnen bleiben. Das Alleinsein und die damit häufig verbundene Einsamkeit werden hierfür in Kauf genommen. In dieser Situation lebende Menschen mit Demenz sind besonders schwer zu erreichen. Durch fehlende Wahrnehmung krankheitsbedingter Defizite suchen sie nicht die Hilfe von Freunden, Nachbarn oder sozialen Einrichtungen, sondern versuchen, selbstständig den Alltag zu meistern. Im frühen Stadium der Demenz wird die Krankheit von den Betroffenen häufig verdrängt, verleugnet oder versteckt und die zu diesem Zeitpunkt eventuell noch vorhandene Krankheitseinsicht geht allmählich verloren. Die Kompetenz zur selbständigen Lebensführung vermindert sich. Oft werden erst durch ein akutes Ereignis Hilfen bzw. Unterstützung eingeleitet.

Ein Projekt der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, das auch auf unserer Tagung vorgestellt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, für die schwierige Lebenssituation allein lebender Demenzkranker zu sensibilisieren. Zugleich sollen Bedingungen formuliert werden, die es den Menschen mit Demenz ermöglichen, möglichst lange die Wohnform zu wählen, in der sie sich wohl fühlen. Die sollte begleitet sein von Konzepten zur Unterstützung in den Kommunen, um eine möglichst quartiersbezogene Versorgung und Betreuung zu ermöglichen.

In weiteren Vorträgen sollen die Möglichkeiten der Unterstützung von Menschen mit Demenz durch Pflege- und Krankenkassen vorgestellt werden. Modelle zur Versorgung aus Köln und Düsseldorf geben Einblick in die derzeitige Situation vor Ort.