Demenz im mittleren Lebensalter

Auch wenn die Zahl der Demenzerkrankungen mit dem Alter stetig ansteigt, gibt es durchaus Menschen, die bereits deutlich vor ihrem 65. Lebensjahr an einer Demenz erkranken.
Im Alter von 45 bis 65 Jahren ist etwa jeder 1.000ste betroffen, in Deutschland zwischen 20.000 und 24.000 Menschen.

Weniger als 2% aller Demenzerkrankungen fallen auf das Alter unter
65 Jahren.

Besondere Herausforderungen

Für die Familien

Wenn eine Demenz früh im Leben auftritt, stehen die Betroffenen meist noch im Berufsleben. Oft leben Kinder mit im Haushalt und es bestehen finanzielle Verpflichtungen.

Für die Kinder ist es, je nach Alter, schwierig zu verstehen und zu akzeptieren, wenn ein Elternteil an einer Demenz erkrankt. Sie brauchen Unterstützung, um zu lernen wie sie damit umgehen können. Eine therapeutische Begleitung kann sehr sinnvoll sein.

Eine früh einsetzende Demenz hat auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Beziehung in Ehe und Partnerschaft. Die gemeinsame Lebensplanung wird umgeworfen und einer der Partner wird vom anderen zunehmend abhängig.

Im Beruf stellt sich die Frage, ob es die Möglichkeit gibt zunächst weiterzuarbeiten - eventuell in einem weniger anspruchsvollen Arbeitsbereich oder mit reduziertem Stundenumfang. Oder ob die (Früh-)Rente beantragt werden muss. Beides ist ggf. mit finanziellen Einbußen verbunden. Finanzielle Verpflichtungen, z.B. wegen des Kaufs eines Eigenheims, können einer Familie schnell über den Kopf wachsen, wenn das Familieneinkommen sich plötzlich deutlich verringert.

Bezüglich der Diagnose

Da Demenzen in jungem Alter sehr ungewöhnlich sind, ist der Weg zur Diagnose oft lang und schwierig. Während bis zu 90 % der Demenzen im höheren Lebensalter durch die Alzheimer-Krankheit und Durchblutungsstörungen des Gehirns verursacht werden, sind die selteneren Demenzursachen im jüngeren Alter relativ häufiger vertreten.

Dazu zählt u.a. die Frontotemporale Demenz, die im Anfangsstadium eher Demenz-untypische Symptome zeigt wie emotionale Verflachung, Antriebslosigkeit und Wesensveränderungen, während das Gedächtnis nicht beeinträchtig ist.

Der Anteil der erblichen Varianten ist bei Menschen, die jung an einer Demenz erkranken, deutlich höher als bei älteren.

Fehlende Unterstützungsangebote

Menschen, die jung an einer Demenz erkranken, und ihre Angehörigen haben meist andere Bedürfnisse als ältere Demenzkranke und ihre Familien. Spezialisierte Angebote für diese Gruppe gibt es leider kaum. Deshalb gestaltet sich die Suche nach Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten meist aufwendiger.

Vertiefende Informationen finden Sie auf der Seite unseres Bundesverbandes Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Dem Thema "Demenz im mittleren Lebensalter" widmet sich auch unser Projekt "FrühLInk". Nähere Informationen finden Sie hier.

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